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Allergie

"An apple a day keeps the doctors away" sagt ein altes Sprichwort. Das ist bitter für viele Allergiker_innen.

Laut Aussage des Allergologen Professor Dr. Karl-Christian Bergmann beträgt der Anteil der Betroffenen inzwischen rund 4 Millionen Bundesbürger. Eine Behandlung ist bisher nur wenig erfolgreich. Berichte von Allergikern, die nach Jahren wieder beschwerdefrei Äpfel essen konntag, haben bei Professor Dr. Bergmann vom Allergiezentrum der Berliner Charité großes Interesse geweckt.

In Kooperation mit dem BUND Lemgo und den Obstanbauern Eckart Brandt aus dem Alten Land, Hans-Joachim Bannier aus Bielefeld, Anton Klaus aus Oberneufnach in Bayern, Meinolf Hammerschmidt aus Sörup in Schleswig-Holstein wird in einer wissenschaftlichen Studie untersucht, ob diese Erfahrung für einen größeren Teil der Betroffenen zutrifft und ob hier ein alternativer Behandlungsansatz durch regelmäßigen Apfelkonsum verträglicher Apfelsorten möglich ist. Zugleich soll die Verträglichkeit bestimmter Apfelsorten durch die Studie untermauert werden. Mit im Boot bei dieser geplanten Studie ist noch das Institut für Lebensmitteltechnologie der Hochschule OWL die u.a. den Polyphenolgehalt der Apfelsorten untersuchen werden. 

Gesucht werden nun Apfelallergiker, die Interesse haben sich an der Studie zu beteiligen. Weitere Informationen erhalten diese unter Hier finden Sie Informationen für Betroffene, wenn sie das nicht so einfach hinnehmen wollen, denn Differenzierung kann hier durchaus neue Möglichkeiten erschließen.

Verarbeitete Äpfel sind meist kein Problem für Allergiker

Prof. Hans Steinhart, Lehrstuhl für Lebensmittelchemie an der Universität Hamburg, erklärte, dass nur die ganz bestimmte Anordnung der Aminosäuren in einem Lebensmittel für eine Allergie verantwortlich ist. Allerdings kann die Aneinanderreihung der Aminosäuren durch Bearbeitung in der Produktion oder in der Küche verändert werden. Rohe Früchte sind für viele Apfelallergiker nicht geeignet. Werden die Äpfel vor dem Verzehr gekocht, haben die Betroffenen keine Probleme. "Deshalb ist Apfelmus meist allergenfrei", so Steinhart in seinen Ausführungen. Die Allergie hervorrufenden Eiweißbausteine werden durch das Kochen der Äpfel zerstört oder verändert und sind daher für den Allergiker nicht mehr gefährlich. Auch Apfelsaft ist meist kein Problem für Allergiker.

Pestizide, die wir unwissentlich mit Obst zu uns nehmen, stellen nach diversen Publikationen eine weitere Belastung unseres inneren Milieus dar, wobei die Wirkung dieser körperfremden Chemikalien und ihre gegenseitigen Interaktionen größtenteils undurchsichtig sind. Ursache für allergische Reaktionen kann daher auch der Chemieeinsatz sein. Hier hilft nur die Unterstützung des ökologischen Landbaus durch gezielten Einkauf ungespritzter Lebensmittel.

Das Problem mit vielen der neuen Apfelsorten

Die Lebensmitteltechniker der Universität Hohenheim untersuchten gemeinsam mit Medizinern der Uni Hamburg alte und neu gezüchtete Apfelsorten und kamen zu einem interessanten Ergebnis:
Eine Schlüsselrolle spielen die so genannten Polyphenole, die in Pflanzen beispielsweise als Farb- oder Geschmacksstoffe vorkommen. Sie sind vor allem in den alten Apfelsorten wie etwa Boskoop enthalten. Bestimmte neue Apfelsorten weisen dagegen nur geringe Mengen von Polyphenolen auf - sie wurden wegen des säuerlichen Geschmacks und der schnelleren Bräunung nach Anschnitt des Apfels weitestgehend herausgezüchtet.
Welche der alten Apfelsorten für Allergiker aber besonders verträglich sind, ist kaum untersucht. Bei unseren Recherchen sind wir auf Altländer Pfannkuchenapfel, Goldrenette Freiherr von Berlepsch, Gravensteiner, Jonathan, Landsberger Renette, Minister von Hammerstein, Roter Berlepsch, Roter Boskoop, Schöner aus Boskoop, Weißer Klarapfel und Wintergoldparmäne gestoßen. Als weniger geeignet werden Cox Orangenrenette und Golden Delicious und von den neueren Sorten Braeburn, Granny Smith und Jonagold genannt.

Wegweiser

Eine Liste mit Historischen Sorten und Allergieepfehlungen kann hier herunter geladen werden.

Desensibilisierung über verträgliche Apfelsorten

Wenn Sie selbst -unter ärztlicher Anleitung- erproben, welche Sorten sie aus welcher Quelle (Produktion) wann als Allergiepatient_in dennoch konsumieren können, teilen Sie es uns mit, so dass wir diese Informationen an die Fachexpert_innen weitergeben können.

Weitere Informationen . u. a. Medienempfehlungen finden Sie auf den Spezialseiten des BUND Lemgo

 

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